WordPress: Das universelle CMS für Jedermann?

Am Anfang stand die Idee, die Erstellung und das Updaten von Blog-Einträgen auf Webseiten durch ein einfach zu bedienendes CMS für alle zu ermöglichen. Doch WordPress hat sich im Laufe der Zeit zu einer Universallösung für fast jeden Bedarf gemausert. Aber eben nur fast.

Warum WordPress so genial ist

Wie alle Dinge hat auch WordPress Vorteile und Nachteile. Für die meisten User sind die Vorteile dieses kostenlosen und sehr beliebten Content Management Systems (CMS) weitaus schwerwiegender als die wenigen Nachteile.

Tatsächlich hat sich das System seit den Anfangstagen stark weiterentwickelt.

Vor den CMS war es sehr umständlich, Webseiteninhalte zu aktualisieren. Für die täglichen Updates eines Blogs musste man ohne CMS mindestens etwas von HTML-Programmierung verstehen und entsprechende Rechte auf dem FTP-Server der Seite besitzen, um überhaupt Inhalte hochladen zu können. Hinzu kam die Schwierigkeit einer optisch attraktiven Aufmachung. Unformatierte Texte ohne Bilder und Videoeinbindung konnte ja fast jeder selbst erstellen aber sobald Medieninhalte oder gar weitere Webseitenfunktionen wie Counter oder Formulare benötigt wurden, stießen Laien an ihre Grenzen.

Kommentarfunktionen oder Interaktionen mit Social-Media-Plattformen waren für Laien kaum einzubauen. Auch Unternehmen hatten Bedarf für eine einfache Lösung: Der Aufbau von Webseiten und ihre Pflege war früher so aufwändig, dass es noch heute einige „Karteileichen“ von sogenannten Webvisitenkarten gibt, an denen außer einem GIF mit dem Spruch „under construction“ nie etwas gemacht wurde. Das geht heutzutage natürlich nicht mehr.

In Unternehmen war die Schwierigkeit, dass sämtliche Updates vom Webmaster oder anderen Personen mit den entsprechenden Befugnissen erstellt werden mussten. WordPress änderte das, denn hier (wie bei allen guten CMS) kann man die Rechtevergabe nach dem Vorbild von Internetforen gestalten und mitschreibende Mitarbeiter oder Kollegen mit den entsprechenden Befugnissen ausstatten. So muss ein einfacher Redakteur für Online-Inhalte natürlich keine Admin-Berechtigungen zum Ändern der Seitengestaltung erhalten und man behält als Eigner der Seite immer die Kontrolle.

Infografik: WordPress benutzen? Die zahlreichen Vorteile des Content Management Systems (CMS).

Infografik: WordPress benutzen? Die zahlreichen Vorteile des Content Management Systems (CMS).

Einfache Bedienung und professionelle Ergebnisse

Bestechend einfach ist bei WordPress die Bedienung. Intuitive Gestaltungsmöglichkeiten und die selbsterklärende Handhabung des Texteditors, der nicht von ungefähr an das Textprogramm Word und seine Verwandten erinnert, ermöglichen die Erstellung, Bearbeitung und Veröffentlichung von Content in Windeseile. Doch damit sich WordPress nicht nur als gute Lösung für Betreiber von Blogs eignet, musste natürlich mehr passieren.

Der Einbau von Funktionen wie Formularen, Suchfeldern und alle anderen Dingen, die man auf modernen Webseiten heute findet, wurde in Form von Plugins realisiert. Für fast jeden Bedarf gibt es das richtige Plugin, die meistens sehr einfach zu konfigurieren sind. Für einige Dinge benötigt man tiefere Kenntnisse, aber auch für Einsteiger ist es nach einiger Zeit möglich, Dinge wie einen Facebook-Button problemlos zu implementieren. Außerdem kann WordPress stufenlos skaliert werden und ist in der Lage, einen einzelnen Blog ebenso zu managen wie eine umfangreiche Unternehmensseite mit ihren verschiedenen Bereichen bis hin zum Onlineshop.

Am besten ist aber vermutlich der Preis von WordPress, denn bei diesem CMS handelt es sich um eine kostenlose Open-Source-Lösung. Selbst große Konzerne benutzen die vermeintliche Laien-Lösung inzwischen mit großem Erfolg. Die Webseiten von CNN laufen mittlerweile fast alle über eine WordPress-Installation. Die Tatsache, dass man das optisch und von der Bedienung her gar nicht wahrnimmt, spricht sehr für die Vielseitigkeit von WordPress als universelles CMS.

Bestechend einfach ist bei WordPress die Bedienung. Intuitive Gestaltungsmöglichkeiten und die selbsterklärende Handhabung des Texteditors, der nicht von ungefähr an das Textprogramm Word und seine Verwandten erinnert, ermöglichen die Erstellung, Bearbeitung und Veröffentlichung von Content in Windeseile.

Bestechend einfach ist bei WordPress die Bedienung. Intuitive Gestaltungsmöglichkeiten und die selbsterklärende Handhabung des Texteditors, der nicht von ungefähr an das Textprogramm Word und seine Verwandten erinnert, ermöglichen die Erstellung, Bearbeitung und Veröffentlichung von Content in Windeseile.(#01)

Für (fast) jede Anforderung gibt es bei WordPress eine Lösung

Die Themes, die es in schier unglaublicher Vielfalt gibt, lassen bei der Gestaltung einer Webseite so gut wie keine Wünsche mehr offen. Wichtig war nämlich für viele professionelle Nutzer (wie z. B. Unternehmen), dass sie den typischen Blog-Look von WordPress ablegen und an ihre eigenen Look anpassen können. Das beginnt beim Design von Logos und hört beim Arrangement der optischen Komponenten der Webseite noch lange nicht auf.

Immer wichtiger wird dabei die Implementierung des Responsive Designs, also der automatischen Anpassung der angezeigten Inhalte je nach verwendetem Endgerät. Denn es macht für den Nutzer natürlich einen Unterschied, ob er eine Seite am Desktop-PC oder dem kleinen Smartphone anzeigt. Suchmaschinenoptimierung spielt ebenfalls eine große Rolle und auch hier bieten viele Entwickler Lösungen mit Plugins, um die Webseite technisch auf die Herausforderungen der Zukunft einzustellen. Besonders wichtig war beispielsweise in der letzten Zeit die Einhaltung der EU-Datenschutzrichtlinien.

SEO mit WordPress? Kein Problem

Google liebt gute WordPress-Seiten und die vielen Plugins ermöglichen eine relativ einfache SEO-Arbeit, weswegen viele Agenturen ihren Kunden folgerichtig WordPress als bevorzugtes CMS empfehlen. Die gute Erweiterbarkeit ist dem Open-Source-Gedanken geschuldet. Aufgrund der großen Verbreitung von WordPress ist die Community sehr groß, weswegen der Nachschub an Themes, Plugins und anderen Erweiterungen nicht so schnell abreißen wird. Aber der offene Gedanke hat auch einen entscheidenden Nachteil: Kaum ein CMS ist für Hackerangriffe so beliebt wie WordPress.

Sicherheitslücken werden immer wieder ausgenutzt, was insbesondere für Betreiber von Unternehmens-Websites natürlich ein großes Problem darstellt. Auf der anderen Seite sorgt die große Community wiederum dafür, dass solche Fehler relativ schnell entdeckt und behoben werden. Wichtig dabei ist, dass man regelmäßig Updates durchführt. Das ist an sich relativ einfach und in der Regel mit einem Knopfdruck erledigt. Versäumt man aber über längere Zeit Updates, kann es passieren, dass die automatischen Funktionen hierfür versagen und eine manuelle Installation nötig wird. Auch das lässt sich generell von jedem einigermaßen versierten Nutzer in Eigenregie durchführen, ist aber komplizierter und birgt (wie jedes Update) die Gefahr von Fehlfunktionen.

Leider sind Plugins, Themes und Templates nicht immer mit der neuesten WP-Version kompatibel. Regelmäßige Datensicherungen der Einstellungen und Inhalte sind daher ein absolutes Muss, denn manchmal zerschießt ein Update schlicht und einfach das komplette Design.

Google liebt gute WordPress-Seiten und die vielen Plugins ermöglichen eine relativ einfache SEO-Arbeit, weswegen viele Agenturen ihren Kunden folgerichtig WordPress als bevorzugtes CMS empfehlen. (#02)

Google liebt gute WordPress-Seiten und die vielen Plugins ermöglichen eine relativ einfache SEO-Arbeit, weswegen viele Agenturen ihren Kunden folgerichtig WordPress als bevorzugtes CMS empfehlen. (#02)

Komplexe WordPress-Installationen können unübersichtlich werden

Die große Vielfalt an Plugins kann eine WordPress-Installation schnell unübersichtlich machen. Wer sehr viele Plugins implementiert, hat am Ende eine sehr komplexe WordPress-Variante, bei denen die verschiedenen Komponenten nicht immer fehlerfrei miteinander interagieren. Fehler zu ermitteln und Funktionsstörungen zu beseitigen, kann dann mitunter etwas zeitaufwändig werden.

Das ist insbesondere deswegen erwähnenswert, weil es sich bei Plugins verhält wie mit zu vielen Medikamenten. Viele kann man einzeln für sich völlig unbedenklich einsetzen, manche auch in Kombination. Doch hin und wieder treten unerwünschte Wechselwirkungen auf, die nicht immer sofort offensichtlich sind. Das kommt zwar relativ selten vor, aber je komplexer man die Inhalte mit unterschiedlichen Plugins und Themes gestaltet, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit für unerwartete Fehlfunktionen, die sich nicht immer sofort nachvollziehen lassen.

Manchmal gibt es auch schlicht keine befriedigende Lösung – dann muss das betreffende Plugin deinstalliert oder zumindest deaktiviert werden. Die betreffende Funktionalität fehlt dann aber natürlich ebenfalls. Ruhe bewahren sollte man jedoch, wenn Fehlfunktionen explizit nach einem Update der Hauptsoftware von WordPress auftreten, denn diese werden tendenziell bei vielen Nutzern Spuren hinterlassen und somit recht schnell gemeldet.

Beim nächsten Update ist dann meistens alles wieder im Lot.

Wer nicht auf ein weiteres Update warten kann, weil der laufende Betrieb weitergehen muss, sollte Alternativen für die Funktionalität finden. Noch ein Wort zu den Themes, also den Designvorlagen: Manchmal möchte man ein bestimmtes neues Design ausprobieren. Übernimmt man ein neues Theme, sind sehr häufig Einstellungen von alten Themes nichtig und müssen komplett neu konfiguriert werden. So werden in der Regel Schriften und Formatierungen der Webseite zurückgesetzt und dem Template des jeweiligen Themes angepasst.

Hier ist dann häufig einiges an Bastelarbeit notwendig. Manchmal funktioniert aber auch der reibungslose Umstieg auf ein anderes Theme. Anders sieht es mit der Funktionalität aus: Ein Theme, das zuvor mit Responsive Design zurechtkam, wird manchmal durch eines ersetzt, das diese Funktionalität nicht bietet. Und das gilt für die Zusammenarbeit mit vielen Plugins, wenn Funktionen wichtiger sind als die Gestaltung, sollte man bei einem zuverlässigen Theme bleiben, das die notwendigen Plugins auch hinreichend unterstützt.

Fassen wir also nochmal zusammen: WordPress ist ein universelles CMS, mit dem fast jeder zurechtkommt, der einigermaßen mit Text- und Grafikprogrammen umgehen kann.

Fassen wir also nochmal zusammen: WordPress ist ein universelles CMS, mit dem fast jeder zurechtkommt, der einigermaßen mit Text- und Grafikprogrammen umgehen kann. (#03)

Regelmäßige Aktualisierungen sind unverzichtbar

Fassen wir also nochmal zusammen: WordPress ist ein universelles CMS, mit dem fast jeder zurechtkommt, der einigermaßen mit Text- und Grafikprogrammen umgehen kann. Die Implementierung von Multimedia ist bei den meisten Themes kein Problem, zahllose Design-Alternativen und Plugins mit vielen sinnvollen (und manchmal auch sinnfreien) Funktionen warten auf den User. Die Zuweisung verschiedener Rollen vom Admin bis hinunter zum Moderator einer Kommentarfunktion ist flexibel möglich und entlastet in vielen Fällen den Webadministrator des Unternehmens erheblich, weil er sich nicht mehr für jedes kleine Update der Seiteninhalte über FTP einmischen muss.

Die hohe Komplexität vieler Plugins kann zum Bumerang werden, wenn Störungen durch Wechselwirkungen auftreten. Die große Community bietet aber in Foren und über Updates von Plugins, Themes und der eigentlichen WordPress-Version fast immer eine Lösung für solche Probleme. Die Community deckt außerdem zeitnah Fehler und Sicherheitslücken auf, die große Achillesferse jedes Open Source-Projekts. Denn Hacker finden die offene Architektur von WordPress natürlich ebenfalls sehr einladend.

Wichtig ist, regelmäßig (in möglichst kurzen Zeitabständen) auf Updates zu prüfen und zeitnah zu installieren. Funktioniert das nicht reibungslos, liegt es meist an bereits veralteten WordPress-Versionen, die man dann unter Umständen manuell über FTP updaten muss. Alles kein Hexenwerk, aber auch das muss man erst einmal lernen. Wie für jedes Computer-Projekt gilt auch für WordPress: Die regelmäßige Sicherung von Daten und Einstellungen erspart viel Zeit und Kopfschmerzen, wenn wieder einmal das Design eines bestimmten Themes mit einem Plugin nicht kompatibel war und alles durcheinander gebracht hat.

Die wichtigsten Vorteile und Nachteile im Überblick:

Vorteile:

  • WordPress ist einfach zu installieren und zu bedienen
  • Rollenvergabe für andere Nutzer leicht umzusetzen
  • Entlastung für Admins
  • einfache und schnelle Updates von Inhalten
  • grenzenlose Design- und Funktionsvielfalt
  • kostenlose Installation und Nutzung durch Open Source
  • große Community sorgt für Fehlerbehebungen und häufige Updates
  • gute Skalierbarkeit vom einfachen Blog bis zur komplexen Konzern-Webseite

Nachteile:

  • Hacker greifen Sicherheitslücken in WordPress gerne auf
  • Manche Plugins und Templates verursachen gegenseitige Fehlfunktionen
  • Nicht jedes Theme kann alles, was man möchte
  • komplexe Installationen werden schnell unübersichtlich und erschweren die Fehlersuche

Fazit: WordPress ist ein Alleskönner, der nicht immer alles gleichzeitig kann

WordPress ist tatsächlich ein universell einsetzbares CMS für jeden Bedarf. Von der professionellen Nutzung in Konzernen über kleine und mittelständische Unternehmen bis hin zum Betreiber einer Webseite von Zuhause aus bietet WordPress nahezu grenzenlose Skalierbarkeit. Da es als Open Source-Variante kostenlos ist, verursacht es keine Lizenzgebühren und kann aufgrund der großen Verbreitung auch in Zukunft mit regelmäßigen Updates versorgt werden.

Der größte Nachteil ist die Anfälligkeit für Hackerangriffe sowie die Inkompatibilität mancher Plugins und Themes untereinander. Regelmäßige Updates und Sicherungskopien sind der Garant dafür, dass man mit WordPress diese Hürden im Normalfall gut umschiffen kann.


Infografik: ©Schwarzer.de
Bildnachweis: ©Shutterstock-Titelbild: David MG -#01:GaudiLab  -#02: _TierneyMJ  -#03: _nd3000

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